Do Donnerstag
7.
Jul Juli
Wer seine Übertretungen verbirgt, wird kein Gelingen haben; wer sie aber bekennt und lässt, wird Barmherzigkeit erlangen.
Sprüche 28,13

Das gestohlene Seil

Ganz niedergeschlagen erscheint ein Afrikaner auf der christlichen Missionsstation. „Was ist los mit dir?“, erkundigt sich der Missionar. Betreten schaut der Mann zu Boden: „Ich habe so ein unruhiges Gefühl.“ Der Missionar richtet einen forschenden Blick auf ihn: „Hast du vielleicht etwas getan, was dein Gewissen beschwert?“, fragt er. - „Ja, ich habe gestohlen.“ - „Und was hast du gestohlen?“ - „Ein kleines Seil.“ - „Nun, dann bring das Seil zurück und bekenne, dass du es gestohlen hast.“

Der Mann verspricht, diesen Rat zu befolgen und geht nach Hause. Doch nach ein paar Tagen ist er wieder da. „Ich habe getan, was du gesagt hast, aber das unruhige Gefühl ist immer noch da!“ - „Hm“, meint der Missionar nachdenklich, „hast du mir vielleicht nicht alles gesagt?“ - „Nein“, kommt es zögernd von den Lippen des Mannes, „an dem Seil war noch etwas befestigt.“ - „Aha, und was war das?“ - „Ein … eine Kuh.“

Vielleicht schmunzeln wir über so eine Naivität. Aber läuft es bei uns nicht manchmal ähnlich? Wir bekennen Gott einige unserer offensichtlichen Verfehlungen, aber bestimmte Sünden verschweigen wir. Warum? Wollen wir sie etwa beibehalten, nicht aufgeben? So dachte sicher auch dieser Mann: Die Kuh wollte er nicht ohne Weiteres wieder hergeben. Doch Gott erwartet, dass wir unsere Schuld aufrichtig und vollständig bekennen, soweit wir uns dessen bewusst sind. Er erwartet von uns, dass wir echt und radikal umkehren. Nur dann vergibt Er uns alle unsere Sünden: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt.“ Ja, alle - auch die, an die wir uns nicht mehr erinnern können! Das ist auch nötig, denn wenn es noch eine einzige nicht vergebene Sünde in unserem Leben gäbe, wären wir immer noch für ewig verloren; deshalb heißt es weiter, dass Er „uns reinigt von aller Ungerechtigkeit“ (1. Johannes 1,9).