So Sonntag
30.
Jan Januar
Dann ging nun auch der andere Jünger hinein, der als Erster zu der Gruft gekommen war, und er sah und glaubte. Denn sie kannten die Schrift noch nicht, dass er aus den Toten auferstehen musste. Da gingen die Jünger wieder heim.
Johannes 20,8–10

Gedanken zum Johannes-Evangelium

Petrus und Johannes haben von Maria Magdalene die Nachricht erhalten, dass die Grabstätte Jesu offen und leer ist. Daraufhin haben sie sich schnell aufgemacht, um die Stätte zu inspizieren. Von Johannes wird nun gesagt, dass er „sah und glaubte“. Für ihn deutet nichts auf einen Grab­raub hin, im Gegenteil, er schlussfolgert, dass Jesus auferstanden sein muss.

Offensichtlich erinnert sich Johannes jetzt an die Worte des Herrn, die er mehrfach gehört hat: „Der Sohn des Menschen muss in die Hände sündiger Menschen überliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen“ (Lukas 24,7). Die Aussagen des Alten Testaments über die Auferstehung Jesu haben die Jünger bis dahin nicht gekannt. Wie verkehrt deshalb die Behauptung, die Jünger hätten Geschichten über Jesus und seine Auferstehung erfunden, um so die Prophezeiungen des Alten Testaments als erfüllt darzustellen.

Die Auferstehung Jesu ist eins der Fundamente des Christentums und wird vielfach geleugnet. Aber warum? Sie ist doch eine der am besten bezeugten Tatsachen der Antike und ist für Christen von größter Bedeutung: „Wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist euer Glaube nichtig; ihr seid noch in euren Sünden“ (1. Korinther 15,17).

Die Botschaft von der Auferstehung Jesu versichert dem Glauben eine hoffnungsvolle Zukunft über den Tod hinaus. Zugleich ruft sie den heftigen Einspruch des Unglaubens hervor. Denn der auferstandene Christus ist letztlich der Beweis, dass der Erde ein Gericht droht: Der Mann, den die Welt getötet hat, wird eines Tages ihr Richter sein (Apostelgeschichte 17,31).