So Sonntag
5.
Dez Dezember
Danach, da Jesus wusste, dass alles schon vollbracht war, spricht er - damit die Schrift erfüllt würde -: Mich dürstet! Es stand nun ein Gefäß voll Essig da. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen Ysop und brachten ihn an seinen Mund. Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist.
Johannes 19,28–30

Gedanken zum Johannes-Evangelium

Jesus hängt schon ungefähr sechs Stunden am Kreuz. In seinen unermesslichen Qualen hat Er großen Durst. Und gerade hier zeigt sich wieder, dass Er nicht nur vollkommen Mensch ist, sondern auch der Sohn Gottes. Selbst in dieser dunklen Stunde überblickt Er die ganze Bandbreite der Prophezeiungen des Alten Testaments und weiß genau, dass von allen Prophezeiungen über seinen Tod nur noch eine in Erfüllung gehen muss. In Psalm 69 liest man: „In meinem Durst gaben sie mir Essig zu trinken“ (V. 22).

Jesus ist durstig; deshalb sagt Er: „Mich dürstet!“ Zugleich aber will Er den ganzen Willen Gottes ausführen und alles das, was über Ihn geschrieben steht. Auch deshalb sagt Er: „Mich dürstet!“, und gibt damit den Anlass dazu, dass das Psalmwort an Ihm erfüllt wird. Dann folgt das bedeutende Wort: „Es ist vollbracht!“ Das einzigartige Werk, das Gott, der Vater, seinem Sohn aufgetragen hat, ist vollendet. Niemand kann und braucht es fortzusetzen oder zu ergänzen. Nur Er konnte durch sein Sühnopfer die Grundlage dafür legen, dass die Sünde vollständig abgeschafft wird (Hebräer 9,26). Was für ein Triumph und Segen für Menschen, Himmel und Erde!

„Niemand hat Macht über den Tag des Todes“, sagt der weise Salomo (Prediger 8,8), und er hat recht. Doch hier ist Einer, der über diese Macht verfügt. Er allein hat die Gewalt und das Recht, sein Leben zu lassen. Und so übergibt Jesus seinen Geist Gott, seinem Vater. Er stirbt freiwillig für mich und für dich! (Vgl. Johannes 10,17.18).