So Sonntag
12.
Sep September
Pilatus ging nun wieder in das Prätorium hinein und rief Jesus und sprach zu ihm: Bist du der König der Juden? Jesus antwortete: Sagst du dies von dir selbst aus, oder haben dir andere von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich etwa ein Jude? Deine Nation und die Hohenpriester haben dich mir überliefert; was hast du getan? svers
Johannes 18,33–35

Gedanken zum Johannes-Evangelium

Wenn Pilatus mit den Hohenpriestern reden will, muss er aus dem Prätorium hinausgehen, denn die Juden bleiben draußen stehen, um sich nicht zu verunreinigen. Dort „draußen“ hat er den Anklagepunkt der Juden nun erfahren: Jesus mache sich selbst zum König. Diese Anklage ist heikel, denn nur derjenige kann „König der Juden“ sein, den die Römer dazu ernennen. Alle anderen werden als Aufrührer gegen Rom angesehen. Deshalb geht Pilatus wieder „hinein“, um zu hören, wie Jesus auf diesen Anklagepunkt reagieren wird.

Der Herr antwortet Pilatus mit einer Gegenfrage: „Sagst du dies von dir selbst aus, oder haben dir andere von mir gesagt?“ Hätte der Statthalter aus seiner Amtsführung heraus Bedenken gegen das Auftreten Jesu geäußert, dann hätte der Herr ihn beschwichtigen können: Er hatte sich keineswegs selbst zum König gemacht, sondern die Volksmenge wollte Ihn nach dem Speisungswunder zum König machen. Er hat damals diese Ehrerweisung nicht angenommen und ist weggegangen (Kap. 6,15). Denn sie waren nicht bereit, Buße zu tun.

Das wahre Gesicht - besonders der Führer des Volkes - hat sich deutlich gezeigt: Sie wollen Jesus nicht als ihren Messias annehmen. Deshalb ist es zwecklos, dass der Herr sich verteidigt.

Offensichtlich interessiert Pilatus sich nicht für die Gesetze und Bräuche der Juden; und zu diesem Volk will er schon gar nicht gehören. Ob er denn ahnt, wer vor ihm steht?