Fr Freitag
11.
Jun Juni
Wäre nicht dein Gesetz meine Wonne gewesen, dann wäre ich umgekommen in meinem Elend. Auf ewig werde ich deine Vorschriften nicht vergessen, denn durch sie hast du mich belebt. Ich bin dein, rette mich.
Psalm 119,92–94

Die Bibel seiner Mutter

Es war im August 1944. Eine lange Reihe politischer Gefangener stand im Eingangsbereich eines Konzentrationslagers. Alle persönlichen Gegenstände mussten sie abgeben.

Einer der Gefangenen wollte aber gern die Bibel behalten, die ihm seine Mutter beim Abschied gegeben hatte. An einem Schreibtisch wurden sein Name, sein Alter und seine Adresse erfasst. Dann musste er das Dokument unterschreiben. Ruhig legte er dazu die Bibel auf den Tisch und leistete die Unterschrift. Der Offizier nahm das Buch in die Hand und blickte den Häftling fragend an. Der sagte leise: „Es ist die Bibel meiner Mutter.“ Da zuckte der Mann mit den Schultern und gab sie ihm zurück.

Warum wollte dieser junge Mann das Buch retten? Das hätte er selbst gar nicht genau sagen können. Vor allem wohl, um in der Einsamkeit eine Erinnerung an seine Mutter zu haben. Dann begann er, von Hunger, Kälte und böser Behandlung gequält, in der Bibel zu lesen; und er fand Trost und Ermutigung darin.

Später schrieb er: „Ich erinnere mich gut an den Tag, an dem Gott sich mir durch das Bibelwort offenbarte: ,Zu dir, HERR, nehme ich Zuflucht. Lass mich niemals beschämt werden; errette mich in deiner Gerechtigkeit!` (Psalm 31,2).

Ich fing an zu beten, wie ich es niemals getan hatte. In meinem Elend rief ich zu Gott, und Er hörte mein Rufen. Gott ist treu: Er hat mir geantwortet. In seinem Buch habe ich seine Liebe erkannt, die in Jesus offenbart ist. Ja, Jesus ist gestorben, um verlorene Menschen zu retten - um mich zu retten.“