Mi Mittwoch
9.
Jun Juni
Das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist ... und ein Beurteiler der Gedanken und Überlegungen des Herzens.
Hebräer 4,12

Jahrhundertelang musste man reich sein oder in einem Kloster leben, um überhaupt eine Bibel zu Gesicht zu bekommen. Und man musste Latein können, um sie zu lesen. Dann erfand Johannes Gutenberg (ca. 1400-1468) den Buchdruck mit beweglichen Lettern und druckte die Bibel. Sie kostete zunächst 70 Gulden (eine handgeschriebene kostete jedoch 400-500 Gulden!), dann 16 Gulden (um das Jahr 1500), später nur noch 1-3 Gulden. So konnten sich viele Menschen eine Bibel kaufen.

Als Martin Luther (1483-1546) einige Jahre später das Neue Testament in die deutsche Sprache übersetzte und dabei Wörter und Begriffe aus der Alltagssprache benutzte, konnte auch ein Laie sie lesen. Es war eine Leserevolution, die erste in Deutschland! Denn nun war das Lesen und Studieren der Bibel nicht länger mehr ein Privileg von Fachleuten - jetzt konnte jeder sie lesen.

Bei uns muss heute keiner mehr Opfer bringen, um eine Bibel zu erwerben. Viele besitzen sie auch - aber sie lesen sie nicht. Sie mag für sie ein kulturgeschichtliches Dokument sein, ein Familien­erbstück oder auch ein Staubfänger, vielleicht auch eine Zumutung, über die man müde lächelt. Dabei ist das Wort Gottes „lebendig“ (voller Leben, nicht antiquiert), „wirksam“ (hat Kraft und Auswirkungen), „schärfer als jedes zweischneidige Schwert“ (redet die Wahrheit: ehrlich und ungeschminkt) und „durchdringend“, indem es die „Gedanken und Überlegungen des Herzens“ beurteilt.

Die Bibel zu lesen ist lebensnotwendig! Durch sie redet Gott zu uns und offenbart uns die Wahrheit über sich selbst und über uns Menschen.