So Sonntag
2.
Mai Mai
Heiliger Vater! Bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins seien wie wir. Als ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast; und ich habe sie behütet, und keiner von ihnen ist verloren gegangen - als nur der Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllt würde. Jetzt aber komme ich zu dir; und dieses rede ich in der Welt, damit sie meine Freude völlig in sich haben.
Johannes 17,11–13

Gedanken zum Johannes-Evangelium

Jesus stand im Begriff, zum Vater in den Himmel zurückzukehren. Seine Jünger würden in dieser Welt voller Gefahren zurückbleiben. Deshalb die Bitte des Herrn an den Vater: „Bewahre sie in deinem Namen.“

Wie nötig ist diese Bitte! Denn Christus will in den Seinen verherrlicht werden. Da ist es notwendig, dass die Jünger in Übereinstimmung mit dem Namen des „heiligen Vaters“ leben. Sünde - in welcher Form auch immer - passt nicht zu solchen, die Gott durch Jesus Christus ihren Vater nennen.

Und welches Ziel hat die Bitte des Herrn, dass sie bewahrt würden? Die Jünger sollten eins sein - so wie der Vater und der Sohn. Diese Einheit äußert sich in gleichen Empfindungen, gleichen Gedanken und gleichen Absichten. Als der Heilige Geist zu Pfingsten auf diese Erde kam, wurde diese Bitte erhört. Die Zwölf, die manchmal eifersüchtig aufeinander gewesen waren, zeigten dann ein einheitliches Zeugnis in Wort und Werk.

Kaum vorstellbar, dass es vor dem Tod Jesu unter den Zwölfen einen gab, den der Herr „Sohn des Verderbens“ nennt. Es war Judas Iskariot - ein falscher Jünger unter den echten. Die rein äußere Nähe zu Jesus hat ihn nicht verändern und nicht retten können.

Das Gebet des Herrn hat noch ein Ziel: Seine Jünger sollen in seiner eigenen Freude leben. Je mehr sich die Gläubigen die Liebe ihres himmlischen Vaters bewusst machen, umso größer wird ihre Freude sein.